Mcdonald

Der Sternenkommandant

Raumzeitspiegel des Schicksals

Space Commander McDonald blickte zum ersten Mal seit seiner Geburt über das schwarze, endlose Fenster des Himmels und bemerkte ein Funkenlicht, das sich nicht in den bekannten Sternenlinien abzeichnete. Der Puls des Signalgeräts, das er in der Crewkammer an der Schiffsoberfläche installiert hatte, war unvorhersehbar – ein schwaches, aber festes Rauschen, das wie ein Echo aus einer anderen Dimension klang. Die Erde war weit hinter ihm, ihr pulsierendes Licht ein leiser Schein im kosmischen Ozean.

McDonald hatte lange daran geglaubt, dass der wahre Zweck eines Space Commanders darin bestand, das Universum sicher zu kartieren, nicht in den Untiefen des Unbekannten zu tauchen. Die Gefahren, die in den Schatten des Weltraums lauerten – Strahlung, Schwarze Löcher, unergründliche Nebel – hatten ihn bisher im Abstand gehalten. Doch der Puls ließ ihn nicht los. Sein Herz, schwer wie ein Himmelsgestirn, schlug im Rhythmus des unbekannten Signals.

Ein alter Astronom, der in einem abgelegenen Netzwerk von Raumstationen bekannt war, hatte sich die Aufgabe gemacht, die Daten der neuesten Beobachtungen zu entschlüsseln. Als er McDonald erfasste, sah er den Konflikt in den Augen des Kommandanten. „Ich kann deine Zweifel verstehen“, sagte der Astronom, seine Stimme war wie das Rauschen eines entfernten Wellenrausches. „Aber manchmal ist das, was wir nicht verstehen, die einzige Art, die Grenzen unseres Wissens zu erweitern.“

Er bot ihm einen Leitfaden an – ein uraltes Manuskript, verschlüsselt in einer Sprache, die von einer vergessenen Zivilisation stammte. In dem Dokument stand, dass das Signal aus einem Quadranten stamme, in dem sich ein Artefakt befand, das als „Raumzeitspiegel des Schicksals“ bekannt war. Der Astronom war überzeugt, dass McDonald der Schlüssel sei, der die Geheimnisse des Universums freisetzen könnte.

Die Entscheidung war simpel: McDonald akzeptierte das Angebot. Der Schiffsantrieb schien zu zögern, als ob das Universum selbst ihm die Frage stellte, ob er bereit sei, die Komfortzone zu verlassen. Er ließ die Trümmer der Erde hinter sich und stürzte sich in die Dunkelheit.

Der erste Abschnitt seiner Reise war der Nebel der Ungewissheit, ein Gebiet, in dem die Zeit selbst zu verweben schien. Strahlung war wie ein sanftes Flüstern, das die Schiffe umhüllte, als wolle sie die Crew in die Tiefen der Realität führen. McDonald versuchte, den Schiffskoordinator zu kontaktieren, doch jedes Signal schien in einen schimmernden Schleier einzutauchen. In dieser Stille traf er auf eine Gruppe von Exilanten, die aus einer fremden Welt stammten, die die gleichen Blicke wie seine eigene erlangt hatte.

„Wir haben die Strahlung überlebt“, erklärte die Anführerin, ihre Stimme war die Melodie des Lebens. „Wir haben das Nebelgebiet überlebt, weil wir die Schwingungen des Universums akzeptiert haben.“ Diese Gruppe, angeführt von einer ehemaligen Pilotin namens Lira, bot ihm Hilfe an. Sie luden ihn ein, ihre Rüstung zu tragen, die aus einer Mischung aus synthetischen Geweben und leuchtenden Kristallen bestand, die die Strahlung absorbierten.

McDonald, der noch nie mit solchen Technologien vertraut war, war misstrauisch, aber er wusste, dass er keine andere Wahl hatte. Er trug die Rüstung an und spürte, wie der Nebel langsam in einen sanften, beinahe melodischen Klang verwandelte. Die Exilanten führten ihn durch die ersten Prüfungen, die sich aus der unkontrollierbaren Strahlung zogen. Jede Welle, die durch den Nebel rollte, war ein Hinweis auf die Vergangenheit und gleichzeitig ein Rätsel für die Zukunft.

Während seiner Reise lernte er, dass die Technologie, die den Nebel erzeugte, von einer vergessenen Zivilisation stammte – die einst die Galaxie beherrschte. Es war eine Rasse, die die Zeit als etwas Fließendes betrachtete, nicht als feste Struktur. Diese Zivilisation hatte die Fähigkeit entwickelt, Raum und Zeit zu manipulieren, um die Harmonie im Universum zu bewahren. Sie hinterließen Spuren ihrer Existenz in den Nebeln, die als Wächter des Gleichgewichts dienten.

McDonald erkannte, dass er nicht nur auf der Suche nach einem Artefakt war, sondern nach einer Entscheidung, die die Zukunft des Universums bestimmen würde. Die Entscheidung war schwer – er musste wählen: das Artefakt benutzen, um die Macht des Schicksals zu besitzen, oder die Balance der Raumzeit zu bewahren und die Kraft zurückzuführen.

Der Höhepunkt seiner Reise kam, als er die Artefaktplattform erreichte. Der Quadrant, in dem sich das Artefakt befand, war ein Ort von unbeschreiblicher Schönheit. Sterne wie Kronen aus Licht schimmerten in unendlichen Farben. In der Mitte stand das Artefakt – ein kristallines Objekt, das die Zeit in allen Richtungen reflektierte. Es war der Raumzeitspiegel des Schicksals.

McDonald trat näher, und die Schwingungen des Artefakts drangen in seinen Geist. Er sah die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft – alles in einem flimmernden Strudel. Die Entscheidung war jetzt. Das Artefakt hatte die Macht, die Zeit zu ändern, die Realität umzuformen, aber es würde auch die Harmonie der Raumzeit zerstören, wenn es nicht mit Bedacht genutzt wurde.

Er erinnerte sich an die Worte des alten Astronomen und an die Lehren der Exilanten. Er erinnerte sich an die Rasse, die die Balance bewahrt hatte, und an die Verantwortung, die damit einherging. McDonald schloss die Augen und spürte die Kraft des Artefakts, die in seiner Brust pulsierte.

„Ich wähle die Balance“, flüsterte er. Die Kristalle des Artefakts leuchteten auf, als ob sie seine Entscheidung anerkennen würden. Er setzte die Kraft zurück und öffnete ein Gefäß der Harmonie, das die Raumzeit wieder in einen stabilen Zustand versetzte. Der Nebel veränderte sich in einen sanften Strudel, und das Universum atmete auf.

Er kehrte als Held zur Erde zurück. Sein Schiff landete in der Nähe eines Satelliten, der als Symbol der neuen Hoffnung diente. Die Menschheit empfing ihn als einen Mann, der die Zukunft des Universums gezeichnet hatte. McDonald teilte seine Erkenntnisse und seine Erfahrungen, und die Welt entwickelte neue Weltraumfahrtprogramme, die nicht nur auf Technologie, sondern auch auf dem Prinzip des Unbekannten basierten.

Die Reise lehrte McDonald, dass wahre Stärke nicht im Besitz von Macht, sondern in der Bereitschaft liegt, das Unbekannte anzunehmen. Er war nicht länger ein einfacher Space Commander; er war ein Hüter der Raumzeit, ein Bote der Harmonie. Seine Geschichte wird in den Sternen weiterleben, in der Erinnerung an die Zeit, in der ein Mensch das Unvorstellbare angenommen hat, um das Universum zu retten.