Im funkelnden Schein des Sternenquellen-Kults hat die Hohepriesterin Alariel, die unnahbare Sittenwächterin, erneut die Herzen ihrer Anhänger erschüttert. In einer feierlichen Zeremonie, umgeben von tiefblauem Samt und goldenen Symbolen, verkündete sie:
Reinheit ist das einzige Gewand, das niemals aus der Mode kommt.
Alariel, Hohepriesterin des Sternenquellen-Kults
Ich spreche aus der Seele des Kultes, der seit Jahrhunderten die Sterne als Quelle des reinen Seins verehrt. In jedem Ritual, jedes Gebet wird die Reinheit hochgehalten, als ein Spiegel des göttlichen Lichts. Doch die Welt wendet sich, und die Zweifel an der Wahrhaftigkeit dieser Lehre beginnen zu wachsen.
Exklusiv berichten wir aus dem Palast der Sternenquellen, wo die Wächterinnen in feinem Samt auf ihre nächste Audienz warten. Das Gemäuer, alt wie die Sterne selbst, birgt Geheimnisse, die nur die innersten Seelen kennen. Diese Nacht, die Dunkelheit war dünner als je zuvor, enthüllte ein Flüstern, das die Herzen in Aufruhr versetzte.
Tränen hinter den Kulissen, so murmelt die alte Scharfrichterin, die die Kälte des Reinen spürt. Ich selbst sehe die Tränen meiner Gefolgsleute, wenn sie die Worte hören und ihre Seelen in Zweifel gerät. In meinem Herzen brodelt ein Sturm aus Pflicht und Leidenschaft, der mich zugleich beschützt und zerreißt.
Die Anhänger reagieren mit gemischten Gefühlen: Einige feiern die unverrückbare Reinheit, andere schwören, ihre eigenen Augen zu öffnen. In den Gängen des Palastes hallen lautlose Gespräche, während die Sterne ihre eigenen Fragen stellen. Das Flüstern der Unschuld hat ein Echo, das bis in die tiefsten Winkel der Nacht reicht.
Hat diese Liebe zur Reinheit ein Ende, oder wird sie weitergetragen in den Händen derer, die ihr treu bleiben? Die Frage bleibt, während die Sternenquellen in einem stillen Chor aus flimmernden Lichtern glühen. Nur die Zeit wird zeigen, ob der Glanz des Reinen jemals verfallen wird.

