Space Commander McDonald war seit Jahren der unermüdliche Hüter der Routine der Auftragsstation “Sternenpfad”. Sein Schiff, die *Lichtklinge*, schoss mit gleichmäßiger Präzision durch das leere Geflecht des interstellaren Raums, während er jede Anweisung mit der Genauigkeit eines Uhrmachers ausführte. Der Duft von feuerfesten Katalysatoren, die in der Luftschleuse zischten, war für ihn ein vertrauter Begleiter. Doch eines Nachmittags – genauer gesagt, als die Sonne von der Silhouette des Quadranten einen flüssigen Goldton über das Kontrollpanel warf – ertönte ein Signal, das die Grenzen seiner Routine sprengte.
Das Signal war keine gewöhnliche Übertragung. Es war eine pulsierende, unregelmäßige Frequenz, die sich zwischen 12 und 18,7 Hz bewegte, während sie von einer unbekannten Quelle ausging. McDonald hörte die vibrierenden Schwingungen in den Lautsprechern, während sie sich durch die Station drängten. Der Alarm, der normalerweise die Unruhe der Crew auslöste, wurde stattdessen von einer seltsamen Vorfreude überschattet. „Wer oder was könnte das sein?“, murmelte er, während er die Anzeige prüfte.
Er wurde gebeten, die Signalquelle zu verfolgen, doch McDonald hatte ein tiefes Misstrauen gegenüber unvollkommenen Galaxien. Er hatte ein Leben lang die Schwere der Verantwortung getragen, sich auf unbekannte Wege zu wagen. Das alte Wissen der Raumfahrt, das im Herzen seines Schiffs schlummerte, sprach von Gefahren, die im Nebel der Unbekannten lauerten. „Ich werde diese Mission ablehnen“, sagte er zu seiner Crew, „denn die Risiken übersteigen die Gewinne.“ Die meisten waren ihm zustimmend. Nur die Astrografin Lyra, die in der Bibliothek der Station verzeichnet war, sah etwas anderes.
Lyra war eine Frau, die in den Jahren ihres Lebens durch die Sterne gereist war. Ihr Gesicht war von der Anmut der Milchstraße gezeichnet, und ihr Wissen um die Sternenkarten war legendär. In einer Ecke der Bibliothek, zwischen vergilbten Pergamenten und digitalen Projektionen, hielt sie einen schimmernden, alten Sternkartensatz in den Händen. „Dies ist der Pfad zur Legende des Wurmlochs von Arcturus“, flüsterte sie, und ihre Stimme schien von den kosmischen Wellen des Universums selbst zu hallen. „Wenn du die Energiequelle dort findest, kannst du das Gleichgewicht der Galaxie neu herstellen.“ Sie legte die Karte vor McDonald und wischte einen Finger über die Linien, die den Pfad zur Wurmloch-Anfänge markierten. Die Karte glühte, als ob sie von der Wärme der Sterne selbst atmete.
McDonald stand am Rand der Entscheidung. Er hatte immer den Weg der Sicherheit gewählt, doch in seinem Herzen brannte ein Funken, der seit langem von den Geschichten der Astrografen gespeist wurde. Mit einem leisen Seufzer wandte er sich zu Lyra. „Ich überlege,“, sagte er, „ob ich bereit bin, mich dem Unbekannten zu stellen.“ Die Astrografin lächelte. „Die Sterne sind nicht nur Zeichen der Vergangenheit; sie sind auch die Wegweiser der Zukunft. Wage den Sprung.“ In diesem Moment stieg McDonald die Startrampe der *Lichtklinge* hinauf. Die Luft war schwer von der Spannung, als die hydraulischen Systeme das Schiff auf die nächste Geschwindigkeit vorbereiteten.
Der Aufbruch in den interstellaren Nebel war ein Schauspiel, das selbst die erfahrensten Kommandanten noch einmal in Erstaunen versetzte. Die Wände des Bruttos, einst mit starren Instrumenten geschmückt, verwandelten sich in lebendige Projektionen von Sternen. Die Sterne flackerten, als ob sie einen langen Atem hielten. McDonald konzentrierte sich, während die *Lichtklinge* ihre Triebwerke aktivierte und sich mit der Geschwindigkeit des Lichts bewegte. In dieser Zeit, in der das Universum seine Geheimnisse in den Tiefen des Dunkelten erzählte, hörte er plötzlich ein leises, aber doch deutliches Geräusch – ein Echo, das nicht von der *Lichtklinge* selbst stammte.
In der Distanz tauchte ein fremdes Schiff auf – ein schlanker, silberner Körper, der von den Wellen der interstellaren Winde umweht wurde. Als McDonald näher kam, erkannte er, dass das Schiff von einer Gestalt bemannt war, die er nicht sofort identifizieren konnte. Als die Crew des Schiffs einen Riss in der Außenhülle reparierte, offenbarte sich ein Gefangener, der von einer Andromedaflotte stammte. Sein Name war Orion, und er hatte einen Ruf als der „Schattenläufer“. Orion hatte sich McDonald angeschlossen, um die Prüfungen der Zeitverschiebung zu bestehen, die von der Nähe zum Wurmloch von Arcturus einhergingen. Das Nebel-Universum war nicht nur ein Ort des Reisens, sondern ein Gefängnis der Illusionen.
Sie verließen die Startrampe gemeinsam und zogen in das Herz des Nebels. In der Zeitverschiebung, die sie erlebten, war das Universum wie ein riesiges Spiegel, das die Realität verzerrte. McDonald, Orion und die *Lichtklinge* wurden von Zeitwellen durchzogen, die das Licht in verschiedene Richtungen brachen. McDonald spürte, wie seine Gedanken zwischen den Epochen hin und her schwankten. Orion blieb standhaft, und mit seiner Hilfe gelang es ihnen, die Zeitvorgaben der Energiequelle zu verstehen. Das Wurmloch, einst als ein Ort der Dunkelheit angesehen, wurde zu einer Quelle unvorstellbarer Macht.
Die Prüfungen schienen unüberwindbar. Die Illusionen des Nebels verwandelten sich in unsichtbare Hürden – jede Illusion eine andere Form von Angst, Zweifel und Selbstzweifel. McDonald hatte das Gefühl, gegen einen Schatten zu kämpfen, der nicht in den Raum, sondern in das Bewusstsein der Menschen eindrang. In der entscheidenden Konfrontation traf er auf den Schattengott des Nebels – eine Entität aus kosmischer Dunkelheit, die die Energiequelle des Wurmlochs verankert hatte. Der Schattengott hatte die Fähigkeit, die Realität zu manipulieren und die Gedanken derjenigen zu verändern, die ihm näher kamen. McDonald und Orion mussten ihre inneren Schwächen überlisten.
Mit einer Kombination aus McDonalds strategischem Denken, Orions intuitivem Instinkt und den Erkenntnissen der Sternkarte gelang es ihnen, den Schattengott zu überwältigen. Die Illusionen des Nebels zerbrachen, als das Licht des Wurmlochs durch die Dunkelheit brach. In dem Moment, als der Schattenkraft nachließ, offenbarte sich die verborgene Energiequelle – ein pulsierender Kern aus rotem Plasma, der das Potential hatte, das Gleichgewicht der gesamten Galaxie zu verändern. McDonald griff nach dem Kern, und mit Orion an seiner Seite zogen sie die Energiequelle zurück.
Die Rückkehr zur Basis war nicht nur ein triumphaler Heimkehr, sondern ein Wendepunkt. McDonald kehrte mit der Energiequelle, die nun in den Schmalen Räumen der *Lichtklinge* schimmerte, zurück. Er wusste, dass er nun die Möglichkeit hatte, die Basis umzugestalten – nicht nur als Schutzzone, sondern als Zentrum des friedlichen Forschens. Er teilte die Erkenntnisse von Lyra, Orion und dem Wurmloch von Arcturus mit der Crew. Die *Lichtklinge* wurde zu einer Quelle der Hoffnung und des Fortschritts.
In den folgenden Wochen organisierte McDonald eine breite Konferenz, in der die Erkenntnisse von Lyra und Orion mit den anderen Raumfahrern geteilt wurden. Die Basis wurde zu einem Lehrmittel, um die Galaxie zu erforschen, ohne die Grenzen der Sicherheit zu überschreiten. Die Energiequelle, die nun in den Speichern der Station gelagert war, diente als Katalysator für neue Energieprojekte, die das Potential hatten, die Welt zu verändern. Durch das Teilen des Wissens schuf McDonald eine neue Ära der friedlichen Erforschung des Universums.
Der Titel „Kometenkrieger: Der verlorene Pfad“ erinnert an die Reise des Space Commander McDonald, der sich von den Grenzen des Gewöhnlichen löste und eine neue Zukunft für die Galaxie erschuf. Die *Lichtklinge* fährt weiter, doch McDonald wird nie die Erkenntnis vergessen, dass der wahre Schatz nicht im Wurmloch selbst liegt, sondern in dem Mut, die Dunkelheit zu durchqueren und die Sterne zu umarmen. Die Zukunft ist nicht nur ein leeres Geflecht, sondern ein pulsierendes Netzwerk, in dem jeder Komet einen Weg, jede Reise einen Zweck und jeder Mensch einen Stern hat. Ihre Geschichte wird weiterhin erzählt, wenn die Sterne in den Nachthimmel malen, wie ein Kompass, der den Weg zu neuen Welten weist.
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