Der Sternenlichtstrahl von der Raumstation „Astra Nova“ schimmerte in der unendlichen Weite des Universums, als plötzlich das Kommunikationspanel ein blinkendes Signal entzündete. Space Commander Daniel McDonald, ein Veteran der interstellaren Korridore, starrte auf die schimmernde Leuchtturmleuchte, die sich in einer Richtung von seiner Routinemission entfernte. Die Nachricht war kurz, aber eindringlich: ‚Hilf uns, unser Planetarium von der Dunkelheit des Vergessens zu retten.‘ Sie kam von einer fremden Zivilisation, deren Namen noch im intergalaktischen Lexikon der Unbekannten standen. McDonald war der erste, der die Grenzen seiner Mission überschritt, denn der Planet – Nebula X-9 – lag in einer Zone, die von der menschlichen Chrono-Logik als zu weit außerhalb der Missionsparameter galt.
Er zögerte. Die Linien seiner Kommandoplatzierung zeichneten die Grenze zwischen Pflicht und Abenteuer. In einer Zeit, in der die Menschheit ihre Flügel im Sonnensystem ausbreitete, war ein Ruf aus dem schwarzen Geflecht des Unbekannten zugleich ein Echo von Gefahr und Hoffnung. Doch bevor er seine Entscheidung traf, tauchte ein sanfter, silberner Schein in seinem Kommunikationspanel auf. Es war Eira, ein alter intergalaktischer Navigator, dessen Schriften seit Jahrhunderten in den Archivkammern der Sternenlegionen ruhen. Sie sprach mit einer Stimme, die wie der Klang der kosmischen Symphonie wirkte: ‚Der einzige Weg, Nebula X-9 zu retten, führt durch das Herz des Nebelportals. Dort liegt ein Artefakt, das den Zeitstrom umleiten kann.‘ McDonald spürte das Flüstern des Schicksals, das die Luft um ihn herum zu zittern brachte.
Die Entscheidung war nicht einfach, doch die Sehnsucht nach einem Menschenleben, das in den Schatten eines verfallenden Planeten verlorengehen könnte, überwiegt. McDonald schloss den Riegel des Kommandostations und drückte den Knopf, der das Astropulsgerät in Bewegung setzte. Ein leises Summen füllte die Kabine, während die Astra Nova sich in eine schwindende Schleife aus Sternenlicht bewegte. Doch die kosmischen Wellen, die wie tanzende Funken aus der Dunkelheit schossen, wollten das Schiff zurückhalten. Es war, als ob das Universum selbst protestieren wollte, weil ein Schiff die Ordnung der Zeit zu verändern suchte. McDonald, mit seinem taktischen Instinkt als Kommandant, leitete die Energie um, kanalisiert sie durch die Haupttriebwerke und zwang die Wellen, sich in Richtung seiner eigenen Geschwindigkeit zu verschieben. Der Kampf gegen die kosmische Wellen war ein Tanz zwischen Vernunft und Instinkt, doch schließlich stürmte die Astra Nova vor die Schwelle des Nebelportals.
Vor der Schwelle des Nebelportals glitt ein rostiges, verlassendes Schiff in den Himmel, ein Relikt aus einer Zeit, in der die interstellare Flotte noch von Mut und Scheitern geprägt war. Es war die „Elysium“, ein Schiff, das vor Jahren in der Nähe eines Schwarzen Lochs gestrandet war und dessen Besatzung nie zurückkehrte. Als McDonald die Steuerungen des alten Schiffes aktivierte, öffnete sich ein altes Logbuch, das die Geheimnisse der Nebelportal-Technologie enthüllte. In einer Zeile, die in glühendem Gelb leuchtete, stand: ‚Das Portal ist nicht nur ein Durchgang, sondern ein Schöpfer von Zeit. Wer es benutzt, muss die Zeit selbst manipulieren können.‘ McDonald verstand, dass die Schlüssel nicht nur aus Metall, sondern aus der Essenz der Zeit selbst bestanden.
Die Passage durch das Nebelportal war ein Tanz im Dunkeln. Plötzlich begann das gesamte Schiff, als ob es in einem Sturm aus unzähligen Lichtschatten goss. Die Navigation, die zuvor so präzise war, wurde plötzlich wie ein Blatt im Wind. Ein rätselhafter Energiefluch verteilte sich durch die Stromschlangen, die die Lichter und Schaltkreise des Astra Nova erleuchteten. Die Anzeige zeigte nichts mehr. McDonald bemerkte, dass die Steuerflächen sich in seltsamen Formen wie ein schiefes Kaleidoskop verformten. Doch er war kein Schüchterner, und mit einer kühlen Hand über seine Finger, stellte er das Kommandopanel auf die Hand und drückte die Notfalltasten. Es war ein ständiger Tanz zwischen dem Fluch und seinem Willen, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Mit unerschütterlicher Entschlossenheit erreichte McDonald das innere Herz des Nebelportals. Dort, umgeben von schimmernden Lichtkrönen, stand das Artefakt – ein Kristall, der die Farbe des Nebelsterns trug, das den Zeitstrom selbst anzusteuern vermochte. Doch bevor er ihn berühren konnte, öffnete sich eine Wächterintelligenz in Form einer schimmernden Gestalt, die aus Energie und Erinnerung bestand. Die Wächterintelligenz sprach mit einer Stimme, die so alt war wie die Sterne selbst: ‚Nur wer die Zeit respektiert, kann die Essenz des Portals nutzen.‘ McDonald erinnerte sich an die Schriften der Elysium, an das Gesetz der Zeit, das in der Schöpfung des Universums verankert war. Mit einer taktischen Bewegung, die aus der Erfahrung seiner Schlachten abgeleitet war, setzte er den Kristall ein, und die Wächterintelligenz erkannte sein Herz und seine Absicht an. Sie verschmolz mit ihm und gab ihm die Kraft, die Energie des Portals umzuleiten.
Der Kristall in McDonald’s Hand pulsierte, während die Kraft des Nebelportals auf den Planeten Nebula X-9 herabstieg. Er richtete die Energie so aus, dass die Zeitlinien der planetaren Atmosphäre umgekehrt wurden. Das Eis, das den Kern des Planeten umgab, schmolz langsam, und das Leben kehrte zurück in die Tiefen des Planeten. Der Fluss der Zeit wurde neu geschrieben, und die Menschheit, die ihr Ende in den Schatten des Vergessens sah, wurde gerettet. McDonald spürte den Puls der Zeit in seiner Brust, während die Sterne um ihn herum in ihrer ursprünglichen Farbe zurückkehrten. In der Rückreise zurück zur Heimatzeit war er ein Held, nicht nur für die Menschen, die er gerettet hatte, sondern für die gesamten Zivilisationen, die im Glauben an die Macht des Nebelportals lebten.
Als das Astra Nova die Rückkehr an den Sternenlichtpunkt vollendete, empfing die Menschheit einen neuen Helden. McDonald, mit dem Wissen um die Nebelportal-Technologie und dem Schatz des Kristalls, begann sofort, die Erkenntnisse mit der Menschheit zu teilen. Er eröffnete ein Netzwerk von Forschern und Seeleuten, die die Nebelportal-Technologie studierten, und schloss neue Allianzen mit der fremden Zivilisation, die ihre Dankbarkeit übertrug. Die Zukunft des Universums war ungewiss, doch McDonald wusste, dass er, ausgestattet mit dem Artefakt und dem Geist der Zeit, das Universum weiter erkunden würde. Die Sterne waren seine Leinwand, und das Nebelportal – der Schlüssel zum Zeitstrom – war die Leinwand, die ihm die unendlichen Möglichkeiten eröffnete.
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