Mit funkelnden Augen verfolgte ich, Elyndaria, die ewige Monarchin, wie Ritter Horatio, einst mein glorreicher Krieger, seinen letzten, verzweifelten Ausspruch auf die Luft schleuderte. Das Echo seiner Worte hallte durch den kühlen Palast, als würde ein Donnergrommel in den ehrwürdigen Hallen wüten.
„Gegen ein Dutzend dunkelelvische Meuchelmörder zu kämpfen ist einfacher als ein Gespräch mit Alariel.“ Die Worte drangen in mein Herz wie scharfe Dolche, denn Alariel, meine innere Verbündete und mein einziger Zufluchtsort, war nicht mehr im Reich. In jener Sekunde spürte ich, wie die goldene Krone auf meinem Haupt zitterte – das Gewicht der Verantwortung, das ich trug, wog schwerer als die Klinge in seiner Hand.
„Gegen ein Dutzend dunkelelvische Meuchelmörder zu kämpfen ist einfacher als ein Gespräch mit Alariel.“
Ritter Horatio, Ehemaliger Paladin der Askir‑Legion
Er, der überforderte Auserwählte, kleidete sich in seiner geschliffenen, doch vergrauten Rüstung, die die Narben seiner letzten Schlacht trug – das geschwärzte Brustpanzer, die weißen Tunika mit dem roten Löwenemblem, der kurze, zerzauste braune Haar und der stumpfe Bart. In seinen müden, doch entschlossenen Augen lag der Kampfgeist, der den Tag für uns alle entscheidete.
Ich kannte die Geschichte seines Schicksals. Einst herrschte er über den Elfenwald mit eiserner Hand, doch nach der großen Umwälzung zog er sich zurück, ließ das Leben seiner Untertanen jedoch im Schatten der High Society weiterleben. Und nun, während ich die königlichen Thronräume überquerte, spürte ich, wie ein Sturm der Intrigen sich an den Wänden formierte.
Meine Gedanken rasten wie der Sturm über den Gipfeln von Askir. Er, der die Fäden zieht, ist zugleich derjenige, der die Klinge schärft. Er war der Mann, der mir das Herz zerbrach, als er mir ein neues Kapitel öffnete – ein Kapitel, das die Zukunft der Elfenwelt bedrohte. Hat diese Liebe eine Zukunft? Wer würde in den Schatten des Palastes bleiben, um die Reste seiner Seele zu retten?
Ich spürte die Tränen hinter den Kulissen, während ich die Rüstung des Paladins betrachtete. Seine Narben am Hals, seine Schläge der Vergangenheit – sie erinnerten mich daran, dass jeder Held ein Dorn in seiner Brust trägt. Und während er kämpft, bleibt meine Aufgabe, die Ordnung zu wahren, die mein Reich erfordert.
Insider berichten aus dem Palast, dass die High Society in Aufruhr ist. Der Sturm hat keine Grenzen. Doch ich, Elyndaria, weiß, dass ich der Schlüssel zum Überleben meines Reiches in den Händen halte. Ich werde die Rüstung des Paladins tragen, wenn er sie nicht mehr kann, und die Tränen, die er verliert, mit meinem eigenen Schwert in die Vergangenheit schicken.
Schock und Ehrfurcht vermengen sich in meinem Herzen. Der Paladin, der mir einst vertraute, steht nun vor einer Prüfung, die nicht nur ihn, sondern das gesamte Reich beeinflussen wird. Ich weiß, ich muss handeln – bevor das Licht der Königin erlischt und der Schatten die Welt verschlingt.

